hot-water-music-arena-wien-2012-06-18-tn.jpgEin in jeder Hinsicht heißer Abend war das gestern, als mit Hot Water Music, La Dispute und Black Books drei fantastische Bands in der Arena Wien auftraten. Rock, Post-Hardcore und feinste Stimmung an einem Montagabend im Frühsommer, der mit Temperaturen jenseits der 30°C begann, und noch heißer endete!

 

Den Beginn machte die heimische Band Black Books. Diese fünf Musiker, die schon seit Jahren, teilweise in unterschiedlichen Bands, tätig sind, lockten schon zu früher Stunde, als draußen gerade einmal die Dämmerung hereinbrach, eine beträchtliche Anzahl an Besuchern vor die Bühne der großen Halle der Arena. Geboten wurde eine ordentliche Ladung Rockmusik mit Hang zu Hardcore, wobei man den Jungs ausgesprochen große Spielfreude aussprechen muss! Eine tolle Live-Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte!

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(Black Books)

In der Umbaupause suchte der Großteil der Gäste außerhalb der Halle Abkühlung, meist bei einer Kombination aus kaltem Bier und einer leichten Brise Abendluft. In der Halle herrschten gefühlte Temperaturen jenseits der 50 Grad…

Als dann La Dispute die Bühne betraten, füllte sich die Konzerthalle sofort wieder. Der jungen Band aus Grand Rapids, Michigan eilt schon seit geraumer Zeit der Ruf voraus, die Retter und die Zukunft des Post Hardcore zu sein. Die Vorschusslorbeeren reichen sogar so weit, dass die jungen Musiker sogar schon als Begründer einer ganz neuen Bewegung des Genres Hardcore, „The Wave“ genannt, gehandelt werden! Neben etlichen Demos und einer Split EP haben sie vor ein paar Monaten ihr zweites Album „Wildlife“ veröffentlicht. Eben diesem war der Löwenanteil der gestrigen Setlist auch gewidmet. Frontman Jordan Dreyer, ein wahres Energiebündel, der keine Sekunde stillstehen zu können scheint, drückt den Songs, die irgendwo zwischen Post-Hardcore, Progressive Rock , Melodic Hardcore, Screamo, und gelegentlichen Blues-Einwürfen anzusiedeln ist, mit seinem Sprechgesang, der bei den meisten der Nummern in scheinbar unkontrollierbaren wütenden Shouts gipfelt, seinen Stempel auf! Die Songtexte handeln von alltäglichen Einflüssen und emotionalen Erlebnissen der Band, von Kriminalität, Krankheit, Ratlosigkeit und den Grausamkeiten des Alltags aber auch Inspiration und Funken von Hoffnung. Live erreicht dieser Stil noch einen Tick mehr an  Intensität, als das ohnehin schon auf den Alben der Fall ist. Neben den eingangs erwähnten Wildlife Songs wie beispielsweise „A Departure“, „Harder Harmonies“, „A Letter“ oder „King Park“ fanden sich im Set auch ein paar ältere Perlen wie „Why It Scares Me“ oder „Said The King To The River“. Dieser Band kann man zweifelsohne in Zukunft noch Großes zutrauen!

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(La Dispute)

Wem die gestrige, schweißtreibende Performance noch nicht genug war, oder Lust auf mehr gemacht hat, sie an dieser Stelle der 26.09.2012 ans Herz gelegt, an diesem Tag beehren La Dispute das Wiener WUK!

Das Programm zur Verkürzung der Wartezeit wurde, eventuell erweitert um den Wunsch nach einem Aufguss in der großen Sauna, wie bereits weiter oben beschrieben, gestaltet: Raus aus der Halle, Abkühlung suchen…

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(Hot Water Music)

Zum Intro, verzerrten Gitarrenklängen, die ein paar Mal kurz von den Klängen einer Joe Strummer, und einer Bob Marley Nummer unterbrochen wurden, betraten dann Chuck Ragan, Chris Wollard, Jason Black und George Rebelo die Bühne. Acht Jahre sind vergangen, seit Hot Water Music mit ihrem vorletzten Album „The New What Next“ aufhorchen ließen, jetzt ist mit „Exister“ endlich das brandneue Album am Markt. Mit diesem setzt die Band aus Gainesville in Florida auf altbewährtes. Hot Water Music sind, was ihre Musik angeht, keine Freunde von Stilwechseln, oder eines Sich-selbst-neu-Erfindens. Sie machen einfach da weiter, wo sie vor ein paar Jahren, nach Trennung, Schaffenspause, Solo- und Nebenprojekten aufgehört haben, weiter. Wiedervereint erfreuten sie auch gestern ihre Fans mit Altbekanntem, und mit vertraut klingendem Neuen.

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(Hot Water Music)

Ihre Musik, möge man sie dem Punkrock, Post-Hardcore oder Post-Punk zuordnen wollen, oder auch einfach nur soliden Gitarrenrock, lebt wie früher, auch jetzt von den rauen, kratzigen Vocals der beiden Sänger Chuck Ragan und Chris Wollard, die entweder abwechselnd, oder manchmal auch im Duett kredenzt werden. Hot Water Music schaffen so Songs, die sowohl mitreißend, wie ebenso eingängig sind, eben den für sie typischen Sound. Brandneue Songs wie zum Beispiel „Mainline“, „Drown In It“ oder „State of Grace“ wurden, großzügig verteilt in der Setlist, eingebettet in den Rest der Nummern, deren da unter vielen anderen „Remedy“, „Giver“ , „Paper Thin“, „The Traps“, Turnstile“ und natürlich „Wayfarer“ gewesen sind. Einziger kleiner Schönheitsfehler und Kritikpunkt war lediglich die Länge des Auftritts! Nur ein wenig mehr als eine Stunde Spielzeit, da hatten sich die meisten Besucher sichtlich mehr erwartet! Nach nur einem Zugabenblock mit „A Flight And A Crash“ war leider schon Schluss…

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(Hot Water Music)

Nichtsdestotrotz: ein toller Abend mit drei fantastischen Bands!

Hier geht´s zu den Fotos von Hot Water Music und Co.!