My Sleeping Karma + Colour Haze, am 30.03.2017 live in der Arena Wien

Im Rahmen des Roadtrip to Outta Space Events in der Wiener Arena erfüllten die beiden Bands My Sleeping Karma und Colour Haze tonliche Träume ihrer Fangemeinde. Die Tour-Daten vom 16. März zum 1. April 2017 waren exzellent gewählt, veröffentlichten My Sleeping Karma doch erst kürzlich das Album “Mela Ananda” bei Napalm Records. 

Auch Colour Haze rückten einen Tag nach Tourstart mit dem neuen Album “In Her Garden” (Elektrohasch Records) vor – ein gekonnter Mix aus Longplayern nach Stoner/Psych Tradition und kurzen, melodisch-sphärischen Interludes. Perfekte Voraussetzungen für geballte Vorfreude der Fans über die Coloured Karma Tour 2017.

Die repetitive Natur von My Sleeping Karma bietet Entspannung auf meditativer Ebene. Schon beim gemeinsamen Einspielen der Band ist klar, dass auch dieser Auftritt eine Reise durch Soundlandschaften in perfekter musikalischer Harmonie bieten wird.
Die Band besticht mit mystischem Weitklang auf Basis der hör- und vor allem spürbaren tiefergelegten Basslines. Eine beinahe intuitive Interaktion der Musiker macht sich bemerkbar. Trotz komplexer Kompositionen schafft das instinktive Zwischenspiel der Tasteninstrumente den Effekt spontaner Kreationen.

Der Fluss der Musik und die gut abgestimmten Lichteffekte und Videoprojektionen sorgen für kommunale Begeisterung im Stehpublikum der vordersten Reihen. Nichtsdestotrotz macht sich bei mir etwas Ungeduld breit. My Sleeping Karma bestechen einerseits bewusst mit einer gewissen musikalischen Monotonie, entrinnen dabei jedoch nicht gänzlich der Gefahr als angenehme Hintergrundmusik zu Tschick, Bier und guten Gesprächen zu fungieren.

Allgemein scheinen Colour Haze sich von Anfang an an etwas mehr Publikumszuspruch zu erfreuen. Ihre Devise lautet abheben und die Welt vergessen. Die Trackstrukturen sind komplex und ausufernd, wobei der Gesang im Hintergrund gehalten wird und dabei als viertes Instrument des Trios agiert. Gitarre und Schlagzeug ergreifen den Raum klanglich, während der stoische Bass die perfekte Unterlage bietet.
Der Mix aus harten Stoner Rock Elementen und psychedelischen Saitenausflügen, Riffs und Licks sorgt für einen gekonnten Wechsel zwischen anspruchsvoller und spielerischer Beschallung. Jams und Zwischenspiele aus dem Free Jazz lockern die Wirkung des hochwertigen Psychedelic Rocks.

Allerdings halt sich der Trackablauf sehr konsequent an einem Schema fest – der leise, langsamere Build up, der sich zu gewaltigen, expansive spirituellen Post-Rock Klängen aufbauscht. Das Ganze wird begleitet von trippy Visuals von Sternen, Erdenbildern und künstlerisch gestalteten Klicks.
Die unscharfen Stoner Rock Klänge verlieren während langwierigen Fingerpicking-Überleitungen, die sich keiner besonderen Struktur oder Zweck bedienen, etwas an Wirkung. Leider berauben die zähen Verwehungen in die musikalische Bedeutungslosigkeit so manchem Longplayer seiner Wirkungskraft.

Schlussfolgernd festzuhalten ist die unglaublich schöne, friedvolle Stimmung in Kombination mit der spürbaren Leidenschaft der Musiker.

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