Rancid Arena Open Air20Jahre, und kein bißchen leise. Auch wenn die Zeit ihre Spuren deutlich sichtbar hinterlassen hat, Rancid haben am 19. Juli in der Wiener Arena  unter Beweis gestellt, dass sie es noch immer drauf haben! Aber auch die Supportbands Rat City Riot und die britischen Haudegen GBH haben ihren Teil dazu beigetragen, dass dieser Abend ein großes Punkrock Fest wurde, obwohl es anfangs fast so ausgesehen hätte, als ob das Open Air im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser fallen würde.

 

Der Himmel über Wien hatte sich am späten Nachmittag bedrohlich verfinstert, einige Stunden lang schüttete es unerbittlich wie aus Kübeln. Gerade noch rechtzeitig kurz vor Beginn zeigte sich der Wettergott dann aber noch einsichtig. Trotz Ende der Regenschauer und Gewitter hatte die erste Band des Abends, die US Punk Band Rat City Riot, noch darunter zu leiden. Das Open Air Gelände der Arena war anfangs noch recht spärlich besucht, und füllte sich erst nach und nach. Die Arena Crew hatte sich auf die widrigen Bedingungen aber bestens eingestellt, und einen großen Bereich vor der Bühne mit Gummimatten ausgelegt. Die Gummistiefel hatten viele der Besucher somit umsonst mit…

Zum Auftritt der Hardcore Punk Pioniere GBH hatte sich die Arena dann schon ordentlich gefüllt. Erstmals wurde bemerkbar, dass die Veranstaltung restlos ausverkauft war! Die Alt-Punks aus Birmingham, die es schon seit Ende der 70er Jahre gibt, und die als Vorreiter und Wegbereiter der Stilrichtung Hardcore Punk gelten, zeigten sich spielfreudig und energiegeladen. Kurze, knackige Punksongs der alten Schule brachten das Publikum recht schnell auf Touren, Songs wie „Time Bomb“, „Maniac“, „Crush ´em“, „Sick Boy“, „Alcohol“, „Freak“, „City Baby Attacked by Rats“, „City Baby’s Revenge“ oder „White Riot“, allesamt Klassiker, animierten zu ausgelassenem Pogo.

Kurz vor 21:30 war es dann so weit, nach mehr als 10 Jahren standen Rancid endlich wieder auf einer Österreichischen Bühne! Das Publikum würdigte diesen Umstand mit frenetischem Applaus und geschätzten zwanzig Bierbechern, die schon während der ersten paar Akkorde von „Radio“ kreuz und quer durch die Gegend flogen! Bei Nummern wie „Roots Radicals“, „Last One To Die“, „I Wanna Riot“, „Hooligans“, „Bloodclot“, „Fall Back Down“ oder „Time Bomb“ kam gehörig Stimmung auf. Dass die Punkrocker aus dem sonnigen Berkeley in Kalifornien über die letzten 20 Jahre hinweg eine treue Fangemeinde erspielt haben, war deutlich am gehobenen Alterschnitt des Publikums zu bemerken. Bei den beiden Sängern und Gitarristen Tim Armstrong und Lars Frederiksen sind Punkfrisuren auch längst passé, beide setzen jetzt auf die pflegeleichte Fleischperücke. Die Stimmung im Publikum war durchwegs gut bis ausgezeichnet, man präsentierte sich durchgehend sehr textsicher, was aber auch nicht weiter verwunderlich ist, weil das letzte Album der Kalifornier von 2009 stammt. Rund anderthalb Stunden lang boten Rancid ein solides Programm mit allen bekannten Hits und Krachern der letzten beiden Dekaden, zusammen gefasst eine würdige Setlist, um ein 20-jähriges Jubiläum gebührend zu feiern.

Alles in Allem lieferten Rancid eine unterhaltsame Show ab, die Nostalgikern ein Hakerl auf der Liste der noch nie, oder schon ewig nicht mehr gesehenen großen Bands der 90er Jahre beschert. Man darf gespannt sein, ob in nächster Zukunft ein neues Album veröffentlicht wird, und ob die Punk Rabauken sich weitere 10 Jahre Zeit lassen, bis sie uns wieder beehren!

Abschließend wollen wir euch den Link zu den Rancid Fotos und die komplette Setlist nicht vorenthalten:

1. Radio
2. Roots Radicals
3. The Way I Feel
4. East Bay Night
5. Journey to the End of the East Bay
6. Last One to Die
7. Dead Bodies
8. Maxwell Murder
9. The 11th Hour
10. I Wanna Riot
11. Red Hot Moon
12. Hooligans
13. Old Friend
14. Nihilism
15. Black & Blue
16. Salvation
17. Bloodclot
18. Rejected
19. St. Mary
20. It's Quite Alright
21. Listed M.I.A.
22. Olympia WA.
23. The Wars End
24. Something in the World Today
25. Adina
26. Hoover Street
27. Fall Back Down

Encore:

28. Time Bomb
29. Lock, Step & Gone
30. Gunshot
31. Ruby Soho