Rival Sons live in der Wiener Ottakringer Brauerei am 17. Feb. 2017


Am Freitag, den 17. Februar 2017, besuchte ich mit hohen Erwartungen mein drittes Konzert des neuen Jahres. Rival Sons touren derzeit mit ihrem 2016 erschienen Album “Hollow Bones“ durch Europa. Bevor es Ende April für die gebürtigen Kalifornier wieder zurück in die Staaten geht, haben sie auch uns Wienern in der Ottakringer Brauerei die Ehre erwiesen.


Als Blues-Rock-Fan war ich besonders gespannt auf die Vorband, wobei ich auf einen genre-verwandten, mir noch unbekannten Support hoffte. Weit gefehlt, denn die Rival Sons hatten sich für Derrick C. Brown entschieden. In Sakko und Anzughose spazierte also ein Mann mittleren Alters auf die Bühne und las unter dramatischer Hintergrundmusik aus seinen Gedichten. Dass hinter der Aktion viel Herz und auch Mut mal was Anderes auszuprobieren steckte, kann man den Blues-Rockern sehr zu Gute halten. Nichts desto trotz stieß der poetische Einstieg beim, zum großen Teil, bärtigen und tätowierten Publikum auf Verwunderung.

Ein fast erleichtertes Jauchzen kam auf, als die Rival Sons den Literaten von der Bühne wiesen, um ihre Show zu starten. Der Einstieg bestand aus den ersten drei Tracks des neuen Albums, “Hollow Bones Pt. 1“, “Tied Up“ und “Thundering Voices“ und sorgte für einen dynamischen, von starken Riffs dominierten Konzertstart.
Obwohl “Great Western Valkyrie“ 2015 erschienen ist, zählen Tracks wie “Electric Man“ bereits als Rival Sons Klassiker. Jay Buchanan bewies mit einwandfreier stimmlicher Performance sein gesangliches Ausnahmetalent.
Gitarrist Scott Holiday und Buchanan boten sich auch im nächsten Track “Secret“ die Stirn, wobei der Eine gekonnt den kraftvollen Vibrato seiner Stimme zum Einsatz brachte und der Andere mit großzügigen Solos den Raum zum Beben brachte.

Mein persönliches Highlight war “Where I’ve Been“ – ein ruhigerer Long Player des 2015er Albums.Trotz Unterbrechung durch eine verrückte Bühnenstürmerin mit politischer Message, ließ die Band sich nicht beirren und setzte den Song nahtlos fort.
Der Abend verlief jedoch nicht ohne weitere Holperer. Während “Tell Me Something“ setzte Holiday’s Gitarrenrig aus und es kam zu einer 10-minütigen Pause.

Der zweite Anlauf der Band strotzte vor Energie und konnte das Publikum trotz der Unterbrechung auf Anhieb mitreißen. Auch Fans der ersten Stunde kamen nun auf ihre Kosten und Michael Miley überzeugte mit den markant-komplexen Drumbeats, die den Sons ihren einzigartigen Charakter verleihen. Der Gig endete letztlich mit “Keep On Swinging“ vom 2012er Album “Head Down“.

Abschließend lieferten die Rival Sons eine mehr als solide Performance und erinnerten mich abermals daran, warum ich Live-Musik liebe.

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