Seasick Steve am 27.10.2016 im Wiener Gasometer

Am vergangenen Donnerstag durften wir eine wunderbaren Konzertabend im Wiener Gasometer miterleben. Der US-amerikanische Bluesmusiker Seasick Steve fesselte das Publikum von der ersten Nummer an. Wir haben einige Bilder der eindrucksvollen Show mitgebracht.

Dog House Blues

Eröffnet wurde der Konzertabend von Prinz Grizzley. Der Vorarlberger Musiker, unterstützt von Kontrabass, Slidegitarre und einer weiten Sängerin stimmte die Besucher mit Folk, Country und einer Solo-Bluesnummer als Zugabe auf den Hauptact ein. Viel Bühnenzeit war ihn leider nicht gegönnt worden, nach nicht einmal einer halben Stunde war schon wieder Schluss.

Unter tosendem Applaus betrat Seasick Steve, der alte Mann mit dem weissen Rauschebart, die Bühne. Mit seinem erdigen, rauen Bluesrock begeisterte er von Beginn an. Begleitet wurde er lediglich von einem ebenso graubärtigen Schlagzeuger. Zu vielen seiner Nummern hatte der sympatische Musiker allerlei witzige Anekdoten parat. Ein großer Teil seiner Show war natürlich seinem neuen Album „Keepin´The Horse Between Me And The Ground“gewidmet, den Plattentitel wusste er plausibel als guten Ansatz beim Reiten eines Pferdes zu erklären.

Für die Nummer „Walking Man“ holte er eine junge Dame auf die Bühne, die ihn während des Songs ein wenig anschmachten durfte. Als Belohnung gab es eine handsignierte LP, sicher keine schlechte Erinerung an ein besonderes,  nicht alltägliches Konzerterlebnis. Berühmt ist Seasick Steve unter anderem für seine selbstgebauten Instumente, die zum Teil sehr abenteuerlich aussehen. So packte er zu „Don´t take it away“ ein Instrument aus, das aus einer alten Reisewaschrumpel und dem Hals eines Banjos zusammengeschustert war. Unglaublich, welch großartigen Blues er förmlich aus diesem einsaitigen Instrument herauswürgte! Eine weitere seiner Gitarren Marke Eigenbau bestand aus einer alten Obstkiste und einem Nummernschild, ein weiteres hatte einen Korpus, der in den 60er Jahren als Luftfilter eines Ford diente. Besonders eindrucksvoll klangen die ruhigeren Nummern, bei denen Seasick Steve sein Genie einige Male aufblitzen ließ.

Nach rund zwei Stunden ging ein mehr als sehenswerter, wunderbarer und äußerst kurzweiliger Konzertabend mit zwei umjubelten Zugaben zu Ende. Der Künstler machte sich, als die Lichter in der Planet TT Halle angingen, direkt auf den Weg ins Publikum, um Autogramme zu geben und bereitwillig mit den Fans für Fotos zu posieren. Für diesen Auftritt gibt es 11 von 10 Punkten!

interessante Links: