NazarethDass sie nach mehr als 40 Jahren immer noch rocken können, bewiesen die Hardrock Urgesteine Uriah Heep und Nazareth am vergangenen Donnerstag, dem 10. Mai, im Wiener Gasometer. Junggebliebene Altrocker waren ebenso begeistert wie die jüngeren Besucher!

Den Anfang vor noch verhaltenem Publikum machte Ulrich Ellison mit einem bunten Hardrock Mix. Das Publikum, zu einem sehr großen Teil aus denjenigen bestehend, die damals, in den Anfangszeiten der Protagonisten dieses Konzertabends jung gewesen sind, zeigte sich zu Beginn noch ein wenig verhalten und hüftsteif. Vier Jahrzehnte gehen eben an keinem spurlos vorüber! Mit Fortdauer des Abends bewiesen die vermeintlich schon alten, wie junggeblieben sie sind, sowohl vor, als auch auf der Bühne!

Dan McCafferty, Frontman der Haudegen von Nazareth, ist lebendes Exempel dafür, dass Jahrzehnte eines Rocklebens Spuren hinterlassen. Bei manchen Songs, vor allem zu Beginn, tat er sich sichtlich schwer, energievoll wie einst seine Songs mit kreischender Stimme zu performen. Der eine oder andere Griff an den Hals blieb nicht aus. Daher legten seine Bandkollegen auch dazwischen das ein oder andere ausgedehnte Solo hin, um ihm einen Moment zum Schmieren der Stimmbänder zu geben. Der Stimmung tat das keinen Abbruch! Neben einigen neueren Nummern streuten Nazareth gekonnt ihre Klassiker in die Setlist, gleich nach wenigen Nummern kam bei „Dream On“ das erste Mal mächtig Stimmung auf. „This Flight Tonight und „Whiskey Drinkin´ Woman“ funktionieren auch jedes Mal wieder wunderbar! Das Publikum bewies Textsicherheit und tanzte ausgelassen..  Peter Agnew, neben McCafferty das zweite noch immer aktive Gründungsmitglied, zeigte sich am Bass mit breitem Grinsen sehr spielfreudig!

Bei den Zugaben „Razamanaz“ und „Love Hurts“ wurde die schottische Band noch einmal richtig abgefeiert, der Refrain wurde vom Publikum übernommen.

Den Höhepunkt erreichte die Stimmung danach bei Uriah Heep. Die britischen Hardrocker spannten diejenigen Besucher, die auf die Balladenklassiker, die wohl jeder kennt, warteten, vorerst aber gehörig auf die Folter! Der erste teil der Setlist war nämlich ein Streifzug durch die Geschichte der Band. Angefangen von Songs aus der Anfangszeit, was heißt von Ende der 60er Jahre, wie zum Beispiel „Come Away Melinda“, bis hin zu neuen Songs wie dem Titeltrack des aktuellen Albums „Into the Wild“.. Sänger Bernie Shaw gab hierbei alles, und präsentierte dem ausgelassen feiernden Publikum die volle Bandbreite seiner stimmlichen Fähigkeiten. Auffallend war, wie erstaunlich viele im Publikum sich bei den vielen unbekannteren Songs als textsicher erwiesen! Wie immer war es auch eine Augenweide, dem virtuosen, eleganten Gitarrespiel des einzig verbliebenen Gründungsmitglieds Mick Box zuzusehen.

Erst ganz zum Ende der Show rückten Uriah Heep die allseits bekannten Welthits heraus. „Gipsy“ und „July Morning“ heizten das Publikum an für das fantastische „Lady in Black“, bei dem Shaw gar nicht viel selbst singen brauchte, weil die nahezu volle Halle des Gasometer diesen Part stimmgewaltig übernahm. Als die Band die Bühne verließ, wollten Applaus und Zugabenforderungen schier gar nicht mehr verstummen!

Nach wenigen Minuten kam die Band zurück auf die Bühne, um mit „Free´n´Easy“ die Stimmung ein weiteres Mal zum Kochen zu bringen. Dieser Effekt wurde auch noch zusätzlich verstärkt, indem die Band unzählige Ladies zum Headbangen auf die Bühne bat. Unter tosendem Applaus ging ein langer, fantastischer Konzertabend mit „Easy Livin´“ dann zu Ende.

Zufrieden, wenn auch verschwitzt, und sicherlich auch mit der Gewißheit, dass Nazareth und Uriah Heep bald wiederkehren werden, leerte sich die Halle. Auch alte Rocker müssen schließlich schlafen gehen!

Ein paar bildliche Eindrücke vom Konzert findet ihr unter nachfolgendem Link, der direkt zu den Fotos von Nazareth und Uriah Heep führt!

Uriah Heep

Nazareth

Planet TT im Gasometer