Beenie Flow: Die „One Man Army“ und seine digitale Revolution 2.0

Ein Musikproduzent aus der österreichischen Provinz schickt sich an, die Reggae-Welt ordentlich durchzuschütteln. Hinter dem Projekt „Beenie Flow“ steckt der Produzent Flo Zederbauer, der mit seinem Debütalbum „One Love Frequencies“ nicht nur musikalisch, sondern auch technologisch neue Wege geht.

„One Love Frequencies“ ist eine echte Eigenregie-Leistung: Von der Produktion bis zum Songwriting stammen alle 16 Tracks aus seiner Feder. Dabei trifft organischer Roots Reggae der 70er Jahre auf moderne digitale Präzision. Zederbauer beginnt seine Riddims oft klassisch am Schlagzeug, bevor er sie in seiner Software verfeinert. Das Ergebnis ist ein warmer, erdiger Sound, der durch organische Bläser und satte Bassläufe besticht.

Die wohl größte Überraschung des Albums offenbart sich erst beim Blick hinter die Kulissen. Zederbauer, der sich selbst als leidenschaftlichen Musiker ohne Gesangstalent beschreibt, fand in der Zusammenarbeit mit herkömmlichen Sängern nicht den gewünschten Ausdruck. Die Lösung: Künstliche Intelligenz. Was man auf „One Love Frequencies“ hört, ist eine KI-generierte Stimme, die seine eigenen Lyrics interpretiert.

„Das KI-Tool zu bedienen war wie ein neues Instrument zu erlernen.“

Trotz der digitalen Unterstützung betont Zederbauer, dass dies kein „Schummeln“ sei, da er aus seiner Arbeitsweise kein Geheimnis macht. Er möchte damit eine Diskussion darüber anregen, wie KI unsere Wahrnehmung von Realität und Fiktion verändert.

Musikalisch ist das Album, das am 20. Oktober 2025 erschienen ist, weit mehr als ein technisches Experiment. Es ist eine Einladung zur Positivität. Tracks wie der kraftvolle Opener „One Love, One Heart“ oder das meditative „Quiet Revolution“ zeigen die enorme Bandbreite des Künstlers. Die Mischung aus Soul, Funk und Dub sorgt dafür, dass das Album nie nach „Einheitsbrei“ klingt. Es geht um Einheit, Selbstreflexion und die heilende Kraft der Musik.

Obwohl Zederbauer die Möglichkeiten der KI faszinierend findet, schließt er klassische Kollaborationen für die Zukunft nicht aus. Ganz oben auf seiner Wunschliste stehen Größen wie Anthony B oder der deutschsprachige Artist Ganjaman. Man darf gespannt sein, ob diese Brückenschläge zwischen Mensch und Maschine bald auf den Bühnen zu hören sind.

Fazit: „One Love Frequencies“ ist das ideale Album für alle, die den Geist des Old-School-Reggae lieben, aber offen für die Sounds von morgen sind.

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