Aufsteirern 2027
Es gibt Tage im Jahr, da legt sich ein ganz besonderer Duft über die Grazer Innenstadt. Im September heißt es nämlich Aufsteirern in der steirischen Landeshauptstadt.
Während die Nase noch lustvoll schnuppert und der Magen mit freudigem Knurren reagiert, haben die Ohren längst zu schmausen begonnen. Rhythmus braust durchs Blut und reißt Körper und Seele mit. Ja, und die Augen wissen gar nicht, woran sie sich zuerst erfreuen sollen – so bunt, so schön, so steirisch.
Aufsteirern Festival in Graz
Am 18. und 19. September 2027 verwandelt sich die zweitgrößte Stadt Österreichs an zwei Tagen in den größten Dorfplatz des Landes. Das Aufsteirern in Graz ist längst zur Marke geworden, oft kopiert, aber natürlich nie erreicht – wie auch?
Wo sonst kann man von Tanzboden zu Tanzboden springen, originale Schmankerln und traditionelles Handwerk genießen und die lebendige Hochkultur Made in Styria am eigenen Leibe in diesem Umfang zelebrieren?
Das macht das Aufsteirern aus:
- Bühnen für steirische Musik
- Tanzböden zum Mittanzen
- Tanzlmusikgruppen
- Volkskulturelle Verbände
- Regionale Aussteller:innen und traditionelles Handwerk
- Musiker:innen, Tänzer:innen und weitere Mitwirkende
- Plätze und Innenhöfe in der Grazer Innenstadt
Erfolgsfaktor Originalität
Schon lustig irgendwie: Der Trend zur Tracht treibt gegenwärtig seltsamste Blüten. Da werden schrille Dirndl in China produziert, Pseudo-Lederhosen am Strand getragen und das akustisch Volkdümmliche füllt als „Schlagerpop“ oder „Volksrock“ die größten Hallen. Aber wir sind ja mittlerweile gut daran gewöhnt, uns zu wundern und kichernd den Kopf zu schütteln. Umso dankbarer sind wir aber auch, wenn uns Originalität, Tradition und durch Jahrhunderte gewachsene Volkskultur begegnen.

Gänzlich ungekünstelt wachsen die Wurzeln, die seit mehr als acht Jahrhunderten die Steiermark zu der machen, die sie ist, bis hinein ins Heute und Morgen. Manches ist gleich geblieben, vieles hat sich verändert, aber alles ist immer noch frisch, saftig, steirisch. Den Veranstaltern des Aufsteirern ist es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen, das Echte dem Verkitschten vorzuziehen und die kreative Kraft der Kunst hochzuhalten. Wie zeitgemäß und zukunftsweisend die Steiermark ihre Seele ausdrückt, kann man auf den Ständen beispielsweise in der Schmiedgasse sehen.
Auch 2027 wird an zwei Tagen aufgesteirert. Das Geschehen verteilt sich auf die Plätze und Innenhöfe der Grazer Innenstadt. Der musikalische Teppich zieht sich vom Fuße des Schlossberges bis hinunter zum Muresspiegel. Gehen Sie einfach Ihren Ohren nach.
Zwei Tage Aufsteirern und jüngste Neuerungen
Bei der vergangenen Ausgabe wurde erstmals auch die Herrengasse an beiden Festivaltagen einbezogen. Weitere Neuerungen waren Taxitänzer:innen unter dem Motto „G’hupft und G’schwungen“ und die Aufsteirern-App, mit der sich Programmpunkte und Ausstellerstände finden und der eigene Festivalbesuch planen lassen.
Das Bühnenprogramm für 2027 ist noch nicht veröffentlicht. Auch die einzelnen Angebote, Spielorte und Uhrzeiten sind für die kommende Ausgabe noch zu bestätigen.
Aufsteirern: Wer gerne tanzt, dem ist leicht gegeigt
Als hätte der steirische Mundartdichter Peter Rosegger das Aufsteirern selbst miterlebt – mit seinen Worten: „Wer gerne tanzt, dem ist leicht gegeigt“, bringt er den Sonntag auf den Punkt.

Trachtengruppen, Volksmusik und Volkstanz prägen das Aufsteirern. Die Tanzböden verbinden Plätze und Innenhöfe der Grazer Innenstadt. Zu den bisherigen Schauplätzen gehören die folgenden Orte; der Lageplan für 2027 wird noch veröffentlicht:
- Burghof
- Lesliehof
- Hof der Wiener Werkstätten
- Grawe Innenhof
- Landhaushof
- Hauptplatz
- Karmeliterplatz
- Freiheitsplatz
- Schmiedgasse
- Generalihof
- Tummelplatz
- Bischofplatz
- Herrengasse
- Schmiedgasse & Stubenberggasse
- Stadtbauernhof / Landwirtschaftskammer
- Stadtpfarre
- Mariahilferplatz
- Das offizielle Aufsteirern-Programm – Details für 2027 folgen
Nicht zu vergessen sind natürlich auch die lustigen Kinderprogramme beim Aufsteirern. Bei früheren Ausgaben gehörte dazu zum Beispiel das Bootsrennen am Karmeliterplatz. Die Großen genossen derweil Schmankerln aus der Thermenregion Bad Waltersdorf. Am Freiheitsplatz wurde der Winter gefeiert; die Schiregionen Schladming-Dachstein und Murau bereiteten einen Vorgeschmack aufs Schifoan.
Auch der grasgrüne Foodtruck von AMA-Bio machte bereits Halt, um die Gäste mit steirischen Biogenüssen zu verwöhnen. Die Handwerksmeile in der Stubenberggasse begeisterte mit traditioneller Handfertigung, in der Schmiedgasse Süd sorgte die KNAX-Kindermeile für Begeisterung.
Auf der Kinderbühne entführte Dr. Glück von der ARGE Volkstanz in die Märchenwelt. Ums „Anbandln“ ging es am Tummelplatz, wo beim Bandltanz gezeigt wurde, wie tanzfreudige Menschen sich in Zeiten vor Tinder und Parship kennen und lieben gelernt haben. In der Hamerlinggasse wartete der Stadtbauernhof mit einem Kulinarikfestival der Bäuerinnenorganisation Steiermark.
Wo Grenzen verschwinden
Es wäre nicht Aufsteirern, würde es sich nicht auch über die steirischen Grenzen hinaus ins benachbarte Ausland erstrecken. Denn wo Musik, Tanz und Kultur Brücken bauen, finden Herzen zueinander. Österreich ist, geschichtlich betrachtet, ohnehin seit jeher ein Vielvölkerstaat.
Das charmante Kauderwelsch, das auch die Steirer auszeichnet, ist Teil seiner Identität. So ist es eigentlich selbstverständlich, dass auch Freunde aus Italien, Slowenien oder der Ukraine mitaufsteirern. Immerhin finden ja auch weit entfernte Freunde, wie Tiroler oder Vorarlberger, zum Aufsteirern nach Graz. Das Grüne Herz kennt eben keine Grenzen.
Quellen: Aufsteirern – Termin und Festivalinformationen, Programm 2027, Festivalnews und jüngste Neuerungen.

































