Mono und Nikitaman live Arena Wien 15.01.2016 Konzertreview Konzertbericht Review Bericht Bilder Fotos

Na, hab ich euch zu viel versprochen? Hm? Hm? Jede und jeder von euch, der gestern Abend am 15.01.2016 zusammen mit Mono und Nikitaman in der Arena Wien gefeiert hat, weiß, dass die Antwort darauf nein ist!

Support

Simon Grohé, ein junger, weltkritischer Rapper aus Köln, starte den Abend. Als sympathische One-Man-Show sorgte er dafür, dass sich unsere Stimmbänder optimal für den bevorstehenden Auftrag - als Background-Chor zu fungieren - einölen konnten. Mit Teils sehr reggaelastigen Beats wärmte er unsere Tanzmuskeln angenehm auf und steigerte von Song zu Song, ganz wie es sein soll, die Vorfreude auf den Hauptact. Mit Simon Grohé haben Mono und Nikitaman einen äußerst passenden Support gefunden. Same love, same sympathy, same message. Message on Tour könnte man das Gespann deshalb auch nennen. Daumen Hoch, gefällt mir.

Im Rauch der Bengalen

Am 14.01.2012 brachten Mono und Nikitaman zum letzten Mal - trotz aller Kälte von draußen - die Arena Wien zum Schwitzen. Einen Tag und vier Jahre später kocht die Halle wieder. Ein ganzer Raum verwandelt sich mit dem ersten Track, der in diesem Fall ganz wie auf dem aktuellen Album Alles Zurück war, in eine riesige Sommerparty. Der kalte Winter, der beissende Frost des Systems und die emotionale Kälte der Gesellschaft, all das ist für die nächsten zwei Stunden einfach vor die Türe gesperrt. Aber hinaus durch die Ritzen zwischen den Mauerspalten und durch die Spalten zwischen Tür und Boden dringt die Hitze, die Liebe, die Botschaft und all die positive, gesammelte Energie - denn die, die kann man nicht ein- oder aussperren.
Mono und Nick springen von Anbeginn an wie gewohnt super gelaunt und Freude strahlend über die Bühne, obwohl ich aus einem Interview am Nachmittag weiß, dass Mono kränkelt. Bald darauf folgt auch schon, wie erahnt, Bääm aus dem neuen Album Rauch der Bengalen. Und ich hatte Recht: Diese Nummer ist live der absolute Hammer. Es macht so richtig Laune zu den Beats abzugehen und mal wieder so richtig abzutanzen. Das fühlt sich immer so dermaßen nach Sommer und Festival an, nach warmen Sommernächten im Freien unter Freunden - anders kann ich dieses Gefühl einfach nicht beschreiben. 
Mono und Nikitaman sind halt auch nicht einfach eine Band. Nein, wir sind zusammen mit dieser Band, eine Familie. Die Künstler nähren sich von unserer Energie, sie laden sich an uns auf, sie genießen uns, sie lieben uns, sie fühlen uns. In jedem Blick, in jedem Gesichtsausdruck kann man sehen, dass die Musiker jede Sekunde auf der Bühne genießen, jeden Moment aufsaugen und man kann so deutlich spüren, dass sie absolut glücklich und eins sind mit dem, was sie jetzt machen. Immer wieder animieren sie selbst die in den letzten Reihen Stehenden, mitzusingen, den Background-Chor für ihre Songs zu bilden. Mono und Nick teilen die Menge, bilden verschiedene Chore, vereinen sie wieder und alle machen mit. Wir springen zusammen mit der Band von links nach rechts durch den ganzen Raum, lachen Tränen und tanzen was das Zeug hält. Mono und Nick laden schließlich auch eine junge Frau auf die Bühne ein, um zusammen Parkdeck zu performen. Etwas strophenunsicher, aber mutig und überglücklich meisterte sie mit liebevoller Unterstützung ihre Aufgabe - ein sehr schöner Moment, wie ich finde. 
Ein weiterer schöner und so wahnsinnig menschlicher Moment war der, als Nick schließlich ernsthaft seinen Text bei dem Song Für Immer vergisst. Da sollte man doch glauben, dass jemand der schon seit 10 Jahren diese Nummer singt, niemals den Text mehr verhauen kann, aber nein, wir alle sind nicht perfekt und das ist gut so. Und in diesem Fall gibt es genug Fans, die jemanden so schön Unvollkommenen aus der „Patsche“ reissen können, was dann ja auch bewiesen wurde. 


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Mono und Nikitaman eine super Setlist mitgebracht haben. Wir haben einige Nummern aus dem aktuellen Album nun live präsentiert bekommen. Neben den oben bereits erwähnten waren da beispielsweise Eine Sekunde, Ein Haus ist kein Zuhause, Keine Schuhe oder auch Rot - ein Song den ich persönlich sehr, sehr gern mag, den ich mir aber dennoch nicht ganz so gut auf einem Konzert vorstellen konnte. Ja, auch hier wurde ich nun eines Besseren belehrt. Mensch durfte natürlich auch nicht in der Songmischung fehlen. Dennoch geizten die beiden Musiker nicht mit ihren altbekannten „die-dürfen-nicht-fehlen-Songs“. Wie immer singen wir also zusammen Digge Digge und Stell dir vor es ist Krieg, Für Immer und Gras ist Legal. Jeder Song ist eine Message, ein Appell, eine Aufforderung zum Träumen, zum Leben, zum Handeln. Und trotz all der Botschaften in den Liedern finden die Beiden immer wieder die magische Balance zwischen „zum Nachdenken bringen“ und „Partystimmung“. Da bleibt kein Bein still, da bleibt keine Stimme leise!

Schlusswort

Was bleibt da noch viel mehr zu sagen?
Danke, dass ihr zusammen mit euerer neuen Band, mit der ihr übrigens wirklich klasse harmoniert, die Musikwelt mit euren Songs so viel reicher macht! Danke, dass ihr seid wie ihr seid und dass ihr tut, was ihr tut. Und danke, dass ihr der Kälte eine Pause schenkt!

Bilder zum gestrigen Konzert könnt ihr euch bei uns schon ansehen. Viel Freude! 

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